News 04. 04. 2002

Bethlehem: Lage in Geburts- kirche spitzt sich zu

Israel will die Kirche zwar nicht erstürmen – freier Abzug soll den 300 Palästinensern auch nicht gewährt werden, die sich seit Dienstag in dem Gotteshaus verschanzt haben.

Die Lage in der von israelischen Soldaten belagerten Geburtskirche von Bethlehem hat sich am Donnerstag zugespitzt. Einer der in der Kirche eingeschlossenen Palästinenser berichtete, die Streitkräfte hätten eine Hintertür der Basilika gesprengt und in das Gebäude geschossen. Dies wurde von einem israelischen Militärsprecher dementiert.

Keine Aktion gegen die Kirche

Der palästinensische Polizist Mazen Hassan berichtete, die Palästinenser hätten den Angriff der Soldaten auf die Kirche nicht erwidert. Der israelische Oberstleutnant Olivier Rafowicz erklärte hingegen, es habe keine Aktionen gegen die Kirche gegeben und es bestehe auch nicht die Absicht, gewaltsam einzudringen.

Kein freier Abzug

Auch der israelische Verteidigungs- minister Benjamin Ben-Eliezer erklärte, eine Erstürmung der Kirche sei nicht geplant. Die Palästinenser würden aber auch keinen freien Abzug erhalten.

Ein Toter

In der Kirche halten sich seit Dienstagabend etwa 300 bewaffnete Palästinenser verschanzt. Christliche Nonnen betreuen die Verletzten. Die israelischen Belagerer forderten die Kämpfer am Donnerstag wiederholt auf, sich zu ergeben. Ein 45-jähriger christlicher Bewohner, Ibrahim Salman, wurde am Donnerstag von Soldaten erschossen, als er wie jeden Tag zum Beten in die Kirche gehen wollte.

 
 

 

 

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