Bethlehem: Lage in Geburts- kirche spitzt sich zu
Israel will die Kirche zwar nicht erstürmen – freier Abzug soll den
300 Palästinensern auch nicht gewährt werden, die sich seit Dienstag in
dem Gotteshaus verschanzt haben.
Die Lage in der von israelischen Soldaten belagerten Geburtskirche von
Bethlehem hat sich am Donnerstag zugespitzt. Einer der in der Kirche
eingeschlossenen Palästinenser berichtete, die Streitkräfte hätten eine
Hintertür der Basilika gesprengt und in das Gebäude geschossen. Dies wurde
von einem israelischen Militärsprecher dementiert.
Keine Aktion gegen die Kirche
Der palästinensische Polizist Mazen Hassan berichtete, die
Palästinenser hätten den Angriff der Soldaten auf die Kirche nicht
erwidert. Der israelische Oberstleutnant Olivier Rafowicz erklärte
hingegen, es habe keine Aktionen gegen die Kirche gegeben und es bestehe
auch nicht die Absicht, gewaltsam einzudringen.
Kein freier Abzug
Auch der israelische Verteidigungs- minister Benjamin Ben-Eliezer
erklärte, eine Erstürmung der Kirche sei nicht geplant. Die Palästinenser
würden aber auch keinen freien Abzug erhalten.
Ein Toter
In der Kirche halten sich seit Dienstagabend etwa 300 bewaffnete
Palästinenser verschanzt. Christliche Nonnen betreuen die Verletzten. Die
israelischen Belagerer forderten die Kämpfer am Donnerstag wiederholt auf,
sich zu ergeben. Ein 45-jähriger christlicher Bewohner, Ibrahim Salman,
wurde am Donnerstag von Soldaten erschossen, als er wie jeden Tag zum Beten
in die Kirche gehen wollte.