News 25. 04. 2003 |
Pensionsreform: Kardinal Schönborn plädiert für
Zusammenarbeit
Die „gemeinsame Initiative“ der Sozialpartner sei ein „Schritt in die richtige Richtung“, sagte der Wiener Erzbischof.Eine am Gemeinwohlprinzip orientierte Pensionsreform setzt die Zusammen- arbeit aller Verantwortlichen in Politik und Sozialpartnerschaft voraus, betont Kardinal Christoph Schönborn. Die Selbstverpflichtung von Wirtschafts- kammer und Gewerkschaftsbund, bis 30. September ein mittel- und langfristiges Pensionskonzept für alle Bevölkerungs- schichten vorzulegen, könne in diesem Zusammenhang als "Schritt in die richtige Richtung" angesehen werden. Sorge der Regierung ist ernst zu nehmenZugleich betonte der Kardinal, dass die Sorge der Regierung um die Finanzierbarkeit des Pensionssystems ernst zu nehmen sei. Für die Kirche gehe es im Sinn der Stellungnahme der katholischen Bischofskonferenz im Begutachtungsverfahren vor allem auch darum, eine Benachteiligung der kinderreichen Familien zu vermeiden, die "dazu beitragen, dass es überhaupt ein Pensionssystem gibt", betonte der Wiener Erzbischof. Frauen, die auf Grund der Erziehung mehrerer Kinder zeitweilig aus dem Beruf ausgeschieden sind, dürften im Vergleich zu Frauen, die keine Kindererziehungszeiten haben, nicht krass benachteiligt werden. "Substanzielle Opfer"Wie Kardinal Schönborn im Gespräch mit "Kathpress" sagte, werde es in der Frage der Pensionsreform nicht ohne die Bereitschaft zu "substanziellen Opfern" auf Seiten aller gehen. Keinesfalls dürfe es so sein, dass sich nur die Interessen "lautstarker" Gruppen durchsetzen, während die "leisen" Gruppen - wie etwa die kinderreichen Familien - übergangen werden. Dass die österreichische Regierungspolitik in den letzten Jahren die Familien so eindrucksvoll gefördert habe, sei aber ein Hoffnungszeichen, betonte Schönborn. "Notwendige Einschnitte nicht verschieben"Abschließend warnte der Kardinal vor Taktiken, die nur auf Verschiebung notwendiger Einschnitte hinauslaufen. Das Gemeinwohl verlange, dass sich alle Verantwortlichen gemeinsam an einen runden Tisch setzen, um die Zukunft des Pensionssystems zu sichern.
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