News 08. 05. 2003 |
Moskauer Patriarch übt erneut Kritik am Vatikan
Der Moskauer Patriarch Alexi II. fordert von der katholischen Seite "Schritte zur tatsächlichen Lösung der Probleme zwischen der russisch-orthodoxen Kirche und dem Vatikan".In
einem Interview für die russische Zeitschrift "Itogi" appellierte
Alexi II., wie „Kathpress“ am Donnerstag berichtet, an Papst Johannes
Paul II., sich "von der gegenseitigen Achtung, der Respektierung der
Interessen des anderen und dem Wunsch leiten zu lassen, auftretende Probleme
im Rahmen des brüderlichen Dialogs zu lösen". Konflikte um Proselytismus und Unierte
Das
Oberhaupt der russsisch-orthodoxen Kirche bedauerte, "bei der Leitung
des Vatikan auf kein Verständnis" zu treffen und erinnerte daran, dass
der Normalisierung des Verhältnisses zwischen den beiden Kirchen zwei
Probleme im Wege stünden: Die katholischen "Abwerbungspraktiken"
(Proselytismus) in Russland und die Situation im Westen der Ukraine, wo die
mit Rom unierte Kirche des byzantinischen Ritus etabliert ist.
"Katholische Geistliche reden zwar davon, dass die Abwerbung von Gläubigen
der Schwesterkirchen unzulässig sei, betreiben aber auf dem Gebiet eines
Landes mit tausendjährigen christlichen Traditionen rege und gezielte
Missionisierungsarbeit", sagte der Patriarch wörtlich. Im Hinblick auf
die Ukraine erinnerte er daran, dass dort praktisch drei orthodoxe Eparchien
"liquidiert" worden seien: Lwiw (Lemberg), Tarnopol und
Iwano-Frankowsk. Probleme nicht unlösbar"Unsere
Kirche hält die derzeitigen ernsthaften Probleme im Dialog zwischen der
russisch-orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche nicht für unlösbar.
Um diese Probleme zu überwinden, muss die Leitung der römisch-katholischen
Kirche konkrete Schritte ergreifen, die zeigen würden, dass guter Wille
vorhanden ist und dass man an der Beseitigung der Meinungsunterschiede tatsächlich
interessiert ist", sagte der Moskauer Patriarch. Weitere News zum Thema:- 22. 04. 2003: Papstbesuch in Russland? - 17. 02. 2003: Russland
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