News 05. 09. 2003

Hasenhüttl behält vorerst kirchliche Lehrerlaubnis

Nach dem unerlaubten ökumenischen Gottesdienst in Berlin war der 69jährige Theologe von seinem Priesteramt suspendiert worden.

Der Trierer Bischof Reinhard Marx will vorerst davon absehen, dem Saarbrücker Theologen Prof. Gotthold Hasenhüttl (69) nach der Suspendierung vom Priesteramt auch die kirchliche Lehrerlaubnis zu entziehen. Er werde zunächst die Entscheidung des Vatikans zur Suspendierung Hasenhüttls abwarten, sagte Marx der dpa am Freitag. Hasenhüttl ist zwar wegen seines Alters längst emeritiert, aber an der Universität Saarbrücken noch in die Arbeit mit Studenten eingebunden. Diese solle nicht gefährdet werden, sagte Marx.

„Ordnung und Gehorsam“

Hasenhüttl hatte bei einem Gottesdienst am Rande des ersten Ökumenischen Kirchentages in Berlin Ende Mai auch an Protestanten die Kommunion ausgeteilt. Dies ist nach katholischem Kirchenrecht nur in Notlagen erlaubt. Reue und eine Verpflichtung, sich künftig – wie von Marx gefordert – an „Ordnung und Gehorsam“ zu halten, lehnt Hasenhüttl ab.

Berge von Protestbriefen ...

Der Trierer Bischof will die von ihm ausgesprochene, aber vorläufig ausgesetzte Suspendierung durchsetzen, falls der Vatikan diese Maßnahme bestätige. Marx hat nach eigenen Angaben Berge von Protestbriefen von Kirchenmitgliedern gegen seine Entscheidung erhalten.

... sorgen für Bauchschmerzen

"Das macht mir Bauchschmerzen, aber es gab auch reichlich Zuspruch, der naturgemäß immer geringer ausfällt als Kritik." Zu Austritten oder Übertritten zur evangelischen Kirche, wie sie der Evangelische Kirchenkreis Trier festgestellt haben will, sagte Marx nichts.

 

 

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