News 27. 10. 2004

Protestantische Distanzierung von gemeinsamen Abendmahlfeiern

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat die heftig umstrittenen gemeinsamen Abendmahlfeiern von katholischen und evangelischen Christen während des Ökumenischen Kirchentags (ÖKT) im vergangenen Jahr in Berlin kritisiert.

Er habe als evangelischer Christ eine hohe Meinung vom Heiligen Abendmahl, das sich seiner Meinung nach nicht zu demonstrativen Zwecken eigne, sagte Huber laut "Kathpress" bei einer Podiumsdiskussion des Südwestrundfunks mit dem Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz, dem Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann. Beim ÖKT habe man das Abendmahl als ein kirchenpolitisches Instrument missbraucht, sagte Huber.

Lehmann: Ohne Kirchen- keine Eucharistiegemeinschaft

Die Eucharistiegemeinschaft hänge unmittelbar mit der Kirchengemeinschaft zusammen, die so noch nicht existiere, unterstrich Kardinal Lehmann. Gleichzeitig rief er dazu auf, den Mut nicht zu verlieren. Denn nach 450 Jahren tiefster Trennungen habe es in den vergangenen 30 bis 40 Jahren in der Frage der Ökumene große Fortschritte gegeben. Er forderte die katholischen und evangelischen Christen in Deutschland auf, sich noch intensiver um die Ökumene zu bemühen.

"Offene Eucharistie" führt zu Suspendierung

Wegen einer unerlaubten "offenen" Eucharistiefeier mit Protestanten am Rande des ÖKT hatte die katholische Kirche den Priester und emeritierten Theologieprofessor Gotthold Hasenhüttl suspendiert. Lehmann hatte dem Geistlichen vorgeworfen, sich "völlig verrannt" zu haben. Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Giovanni Lajolo, hatte alle Versuche verurteilt, eine "ökumenische Mahlgemeinschaft" zwischen Katholiken und Protestanten demonstrativ durchzusetzen. Papst Johannes Paul II. hatte der Idee eines "gemeinsamen Abendmahls" von Katholiken und Protestanten eine eindeutige Absage erteilt und alle Katholiken aufgefordert, nicht einer "Zweideutigkeit über die Natur der Eucharistie Vorschub zu leisten".

 

 

 

Weitere News zum Thema:

- 14. 07. 2004: Suspendierter Theologe Hasenhüttl hofft auf "gute Nachricht" aus Rom  

- 08. 06. 2004: Hasenhüttl: Widerruf wäre gegen mein Gewissen

- 07. 06. 2004: Kircheninitiativen kritisieren Vatikan für Suspendierung Hasenhüttls

- 28. 07. 2003: Hasenhüttl: Bischöfe verlangen "Eichmann-Gehorsam"

- 25. 07. 2003: Hasenhüttl: „Bischöfe missbrauchen Eucharistie"

- 24. 07. 2003: Kardinal Ratzinger kritisiert Hasenhüttl

- 22. 07. 2003: Bischof Kapellari verteidigt Sanktionen gegen Hasenhüttl

- 21. 07. 2003: Hasenhüttl: Suspension vorläufig ausgesetzt

- 18. 07. 2003: Reaktionen auf die Suspension

- 18. 07. 2003: Bischof Marx lehnt Beschwerde Hasenhüttls ab

- 17. 07. 2003: "Interkommunion": Hasenhüttl suspendiert

- 28. 05. 2003: Auch Nicht-Katholiken dürfen in Einzelfällen Kommunion empfangen  

- 17. 04. 2003: Papst sagt Nein zum gemeinsamen Abendmahl

 

 

 

 

 

 
Seitenanfang 
weitere News