News 07. 02. 2005

Spaniens Regierungschef kritisiert die Kirche

Der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero hat der römisch-katholischen Kirche seines Landes ein mangelndes Engagement für die EU-Verfassung vorgeworfen. Er reagierte damit auf eine Erklärung der Bischofskonferenz, die sich indirekt für eine Enthaltung bei der Volksabstimmung über den Gesetzestext am 20. Februar in Spanien ausgesprochen hatte.

Bei einer Veranstaltung seiner Sozialistischen Partei sagte Zapatero laut Presseberichten am Sonntag, es sei "unglaublich, dass die Geschichte unseres Landes einigen nicht als Lehre" reiche. Stets sei Spanien "zu spät zur Modernität, zum Fortschritt und zur Demokratie gekommen", kritisierte der Regierungschef. Diese Verzögerung habe man immer unter Hinweis auf jene Eliten zu rechtfertigen gesucht, die Spanien "in den Obskurantismus (Feindseligkeit gegenüber Aufklärung und Fortschritt)" geführt hätten. Zapatero wehrte sich auch gegen die Kritik der Kirche, seine Regierung habe das Referendum überstürzt anberaumt. Spanien führt am 20. Februar als erstes Land eine Volksbefragung zur EU-Verfassung durch.

Bischöfe: Enthaltung ist legitim

Die spanischen Bischöfe hatten in einer Erklärung kritisiert, dass die EU-Verfassung nicht explizit die christlichen Werte Europas erwähne. Angesichts dieser bestürzenden Tatsache sei es daher genauso legitim, sich bei der Volksabstimmung zu enthalten wie mit "Nein" oder "Ja" zu stimmen. Verteidigt wurde die Haltung der Bischöfe von der konservativen Volkspartei (Partido Popular). Der Generalsekretär der Volkspartei, Mariano Rajoy, erklärte laut "Kathpress" am Montag in Madrid, Ministerpräsident Jose Luiz Rodriguez Zapatero könne nicht die Kirche beschimpfen und zugleich die Zustimmung der Katholiken verlangen.

 

 

 

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