News 04. 10. 2005

Europarat: Rechte von Frauen im Namen der Religion verletzt

Die Rechte vieler Frauen in Europa werden nach Einschätzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarates regelmäßig im Namen der Religion verletzt.

Dies geht aus einer Entschließung hervor, die die Vertreter der 46 Mitgliedstaaten am Dienstag in Strassburg mit großer Mehrheit verabschiedeten. "Die Gleichberechtigung von Frauen ist in den Kirchen ein heikles Thema", sagte die konservative Schweizer Berichterstatterin Rosmarie Zapfl-Helbling. Die Parlamentarier kritisierten gegen die Stimmen aus dem Lager konservativer Abgeordneter vor allem aus Italien und Spanien sowohl das Rollenbild der Frau in christlichen Kirchen als auch im Islam. In Extremfällen würden im Namen der Religion Ehrenmorde verübt und Zwangsehen erzwungen. Diese Phänomene seien in Europa zwar selten, die Tendenz sei aber steigend, hieß es in der Resolution. Als subtilere Form der Unterdrückung sehen die Parlamentarier das Bild der Frau als Ehefrau, Hausfrau und Mutter an.

Trennung von Kirche und Staat

Die Parlamentarische Versammlung fordert die Mitgliedstaaten des Europarates auf, alle in ihrem Staat lebenden Frauen vor Verletzungen ihrer Rechte unter dem Vorwand von Religion zu schützen. Dazu müssten sie die Trennung von Kirche und Staat garantieren - etwa bei der Gesetzgebung im Scheidungs- und Abtreibungsrecht.

 

 

 

 
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