News 04. 10.
2005 |
Hospizarbeit: Teuschl und Landau fordern mehr Engagement der PolitikDie österreichweite flächendeckende Versorgung mit Palliativmedizin sowie Hospizdiensten sollte in Zukunft so selbstverständlich sein, wie es eine vernünftige Allgemeinmedizin schon heute ist; das betonten die Vorsitzende des Dachverbandes Hospiz Österreich, Sr. Hildegard Teuschl, und der Wiener Caritasdirektor Michael Landau am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.Wie Sr. Teuschl betonte, sei der Hospizgedanke in Österreich bereits sehr weit gediehen, mobile und stationäre Hospizeinrichtungen seien vorhanden oder im Aufbau. Trotzdem bleibe noch viel zu tun, denn der überwiegende Teil der Arbeit müsse bisher - "und wohl auch in absehbarer Zukunft" - durch Spenden finanziert werden. Die Arbeit werde vor allem von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen. Rund 3.000 "Ehrenamtliche" sind österreichweit im Einsatz. Ehrenamtliche dürfen kein "Feigenblatt" seinAuch Landau betonte bei der Pressekonferenz, dass die Hospizarbeit zu stark auf Spenden und das Engagement ehrenamtlicher Mitarbeiter angewiesen sei. "Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Leben in Würde bis zum Schluss", sagte Landau. Dieses Bekenntnis stelle in Österreich - im Gegensatz zu anderen Ländern, die sich beispielsweise für eine aktive Sterbehilfe aussprechen - einen breiten gesellschaftlichen Konsens dar, auch über alle Parteigrenzen hinaus. Und obwohl sich Österreich EU-weit durch eine hohe Dichte an Palliativbetten auszeichne, gebe es noch viel zu tun, meinte Landau mit Blick auf die politisch Verantwortlichen. Das in Österreich große ehrenamtliche Engagement dürfe nicht zum "Feigenblatt" für politisch-strukturelles Nichthandeln werden, betonte der Caritasdirektor. Auch ehrenamtliche Hilfe kostetTeuschl und Landau räumten auch mit dem Vorurteil auf, dass ehrenamtliche Tätigkeiten nichts kosten. Ehrenamtliche Dienste würden zwar kostenlos angeboten, Ehrenamtlichkeit sei aber nicht kostenlos. Zum einen bräuchten Ehrenamtliche Einschulung, Weiterbildung und Supervision, zum anderen brauche es auch eine professionelle hauptamtliche Koordination und Begleitung. WelthospiztagIn ganz Österreich finden am kommenden Samstag, dem Welthospiztag, Veranstaltungen zum Welthospiztag statt. In Wien präsentieren um 10 Uhr Sr. Teuschl, Caritasdirektor Landau und Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat den neuen "Hospiz- und Palliativführer Österreich". Die Broschüre enthält rund 170 Adressen aus dem Hospizbereich, an die sich Betroffene und Angehörige wenden können. Kardinal Christoph Schönborn unterstützt diese Initiative.
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