News 21. 09. 2009 |
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Kardinal Vlk: Tschechiens Katholiken erhoffen sich Stärkung durch Papstbesuch"Die Katholiken in der Tschechischen Republik erhoffen sich durch den Papstbesuch eine Stärkung des Glaubens im Land", betonte der tschechische Primas, Kardinal Miloslav Vlk, in einem Interview mit dem slowakischen katholischen TV-Sender "Tele Lux".40 Jahre der Repression und Verfolgung unter dem Kommunismus hätten besonders die Entwicklung eines lebendigen Laienapostolats behindert, so Kardinal Vlk laut "Kathpress". Es sei deshalb notwendig, diese Aktivität anzukurbeln und die Laienchristen an der Seelsorgearbeit zu beteiligen. In einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" sagte der Erzbischof von Prag, dass die Kirche in der Tschechischen Republik auf den Freiraum, den sie nach der "Wende" erlangte, nicht genügend vorbereitet war. Der Kommunismus habe sie sehr in Schach gehalten: "Das kirchliche Leben konzentrierte sich strikt auf die Kirchen und Sakristeien, Priester und Laien durften nicht zusammenarbeiten. Dieses Erbe heißt es zu überwinden. Laien müssen aktiv werden, und Priester müssen sich klar darüber sein, dass predigen nicht ausreicht. Es ist notwendig, das Evangelium zu leben und Zeugnis abzulegen. Eine säkularisierte Gesellschaft will sehen, nicht hören". Papst: Tschechien soll den Glauben wiederfindenMit seiner bevorstehenden Pastoralreise in die Tschechische Republik will Papst Benedikt XVI. den christlichen Glauben stärken. Nach den Tragödien des 20. Jahrhunderts müsse die Tschechische Republik, die "geografisch und historisch im Herzen Europas" liege, wie der ganze Kontinent "die Gründe des Glaubens und der Hoffnung wiederfinden", sagte der Papst laut "Kathpress" beim Angelusgebet am Sonntag in Castel Gandolfo. Er werde auf den Spuren von Johannes Paul II. die "heldenhaften Zeugen des Evangeliums" in Vergangenheit und Gegenwart ehren, so Benedikt XVI. Auf Tschechisch rief er dazu auf, dafür zu beten, dass die Pastoralreise zur Stärkung von Glaube, Hoffnung und Liebe im tschechischen Volk beiträgt. Dreitägiger BesuchBenedikt XVI. wird vom 26. bis zum 28. September (Samstag bis Montag) die Tschechische Republik besuchen. Beim Angelusgebet gab er einen Ausblick auf das Programm seines Besuchs. Er werde zunächst nach Prag und Brno (Brünn) reisen, kündigte der Papst an. Dann werde er Stara Boleslav (Altbunzlau) aufsuchen, wo der tschechische Nationalheilige Wenzel das Martyrium erlitten habe. Mehrheit der Tschechen ohne religiöses BekenntnisLaut der Volkszählung vom Jahr 2001 bekennt sich nur etwa ein Viertel der Tschechen zum Katholizismus. Annähernd 60 Prozent der Bevölkerung gehören keiner Religionsgemeinschaft Als einziger der Reformstaaten hat die Tschechische Republik die Rechte der katholischen Kirche bis heute nicht staatsvertraglich geregelt. Ein 2002 ausgehandelter Grundlagenvertrag mit dem Vatikan wurde vom Parlament abgelehnt.
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