News 12. 03. 2012

WKR-Ball in der Hofburg: Kultusgemeinde über Neuauflage empört

Das Umtaufen des „Wiener Korporationsballs“ in „Wiener Akademikerball“, wodurch nun doch auch 2013 ein Fest in der Wiener Hofburg ermöglicht wurde, empört die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG). Es sei „skandalös“, dass wieder ein „rechtsextremes Netzwerktreffen“ stattfinden werde und die Hofburg-Betriebsgesellschaft wegschaue, so IKG-Präsident Oskar Deutsch in einer Aussendung.

In Deutschland wäre ein NPD-Fest am Sitz des deutschen Bundespräsidenten ebenso unvorstellbar wie ein Fest der Front National im Pariser Elysee-Palast, so Deutsch. Ursprünglich hatte die Hofburg-Gesellschaft erklärt, man werde keinen Burschenschafter-Ball in der Hofburg mehr zulassen. Da allerdings nun die Veranstaltung umbenannt wurde und nunmehr die Bundes-FPÖ anstelle des Korporationsrings als Einladende auftritt, machte man eine Kehrtwende.

Deutsch: „Offenbarungseid der Freiheitlichen“

Ein simpler Namenstausch der Veranstaltung ändere die Veranstaltung und die Teilnehmer nicht, erklärte dazu die Kultusgemeinde. Dass nunmehr die FPÖ einen Ball für den WKR organisiere, stelle einen für Humanisten nicht überraschend kommenden Offenbarungseid der Freiheitlichen dar: „Eine Abgrenzung zum Rechtsextremismus gibt es nicht“, schrieb Deutsch.

FPÖ: Keine „politische Quarantäne“

Als Reaktion auf die Kritik der Israelitischen Kultusgemeinde Wien spricht sich nun die FPÖ für eine Abrüstung der Worte aus. Vizeparteichef Norbert Hofer erklärte in einer Aussendung, in den österreichischen gesetzgebenden Körperschaften gebe es keine einzige Partei, die in „politische Quarantäne“ zurückgedrängt werden dürfe. Niemand sollte sich das Recht herausnehmen, den Wähler zu maßregeln.

 

(APA)

 

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Israelitische Kultusgemeinde Wien