Vatikanische Bibliothek digitalisiert kostbare Bücher
Die Vatikanische Bibliothek will innerhalb der nächsten fünf Jahre weitere rund eine Million Seiten aus Manuskripten sowie Inkunabeln ihrer Bestände digitalisieren. Das kündigte der Präfekt der Bibliothek, Cesare Pasini, in einem Beitrag für die vatikanische Tageszeitung „Osservatore Romano“ (Donnerstag-ausgabe) an.
Digitalisiert würden Ausschnitte von Schriftstücken in griechischer und hebräischer Sprache. Das Projekt erfolge mit finanzieller Unterstützung der Londoner Polonsky Foundation und in Zusammenarbeit mit der Bodleian Library in Oxford. Aus deren Beständen würden weitere rund 500.000 Seiten eingescannt.
8.900 Inkunabeln und 80.000 Handschriften
Die Vatikanische Bibliothek verfügt mit rund 8.900 Inkunabeln (Bänden aus der Anfangszeit des Buchdrucks mit beweglichen Lettern) über die weltweit viertgrößte Sammlung dieser Art. Hinzu kommen rund 80.000 Handschriften. In Zusammenarbeit mit der deutschen Universität Heidelberg werden gegenwärtig lateinische Handschriften digitalisiert.
Gutenberg-Bibel im Internet
Weitere 800 wertvolle Inkunabeln der Bibliothek sollen künftig vollständig im Internet verfügbar sein. Unter ihnen eine Gutenberg-Bibel, die zwischen 1454 und 1455 mit beweglichen Lettern gedruckt wurde. Ebenfalls online abrufbar soll künftig das Werk „Über Europa“ von Papst Pius II. (1458-1464) sein, in einer berühmten Ausgabe des Memminger Buchdruckers Albrecht Kunne aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Gründer der Polonsky Foundation ist der britische Unternehmer Leonard Polonsky.
(APA/KAP)

