News 02. 05. 2012

Mitglied der IGGIÖ rief zu Gewalt
gegen Israel auf

In einem Interview mit dem iranischen Sender „Press TV“ rief Hassan Mousa zu Gewalt gegen Israel auf. Mousa ist Mitglied des Schura-Rates der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGIÖ). Diese will mit seinen Aussagen nichts zu tun haben.

Die Palästinenser sollten „alle Mittel der Gewalt“ einsetzen, da „der Feind nur Gewalt versteht“, sagte Mousa in dem Interview, welches er laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „News“  auf einer Gaza-Reise gab und am 20. April ausgestrahlt wurde. Außerdem sollten die Palästinenser noch „hunderte Gilad Shalits entführen“, so Mousa. Gilad Shalit, ein israelischer Soldat, wurde 2006 von militanten Palästinensern entführt, für seine Freilassung wurden später 1.027 Palästinenser entlassen. 

„Hat nicht als Mitglied der IGGIÖ gesprochen“

In dem Interview wird Mousa als Präsident des „austrian islamic council“ bezeichnet. Der IGGIÖ ist diese Einrichtung nicht bekannt, „aber sie hat nichts mit uns zu tun“, betont Zekirija Sejdini, Sprecher der IGGIÖ, gegenüber religion.ORF.at. „Hassan Mousa hat nicht in seiner Eigenschaft als Mitglied der IGGIÖ gesprochen“, so Sejdini weiter. Überhaupt sei man bei der IGGIÖ geschockt, dass ein Mitglied solche Aussagen tätige.

Konsequenzen noch unklar

Auch inhaltlich distanziert sich die IGGIÖ von Mousas Aussagen. „Wir haben immer für eine friedliche Lösung plädiert und das ist auch jetzt so. Gewalt lehnen wir in jeder Hinsicht ab, egal von welcher Seite sie kommt“, stellt Sejdini klar. Über Konsequenzen für Mousa müsse intern erst beraten werden. Man könne niemandem die Mitgliedschaft im Schura-Rat von einen Tag auf den anderen entziehen. „Es wird aber auf jeden Fall Gespräche mit Hassan Mousa geben“, so Sejdini.

ÖIG: „Mousa ist von seinen Funktionen zu entheben“

Die Österreichisch Israelische Gesellschaft (ÖIG) zeigt sich bestürzt angesichts dieses Interviews. Richard Schmitz, zweiter Präsident der ÖIG: „Das ist nichts anderes, als der Aufruf zum Völkermord. Diese Aussagen sind eine Ungeheuerlichkeit. Meint es die Islamische Glaubensgemeinschaft ernst mit ihrer Forderung nach einer friedlichen Lösung im Nahen Osten, so wäre Hassan Mousa umgehend von seinen Funktionen zu entheben.“ Gleichzeitig sei die Staatsanwaltschaft gefordert, die Aussagen Mousas auf strafrechtliche Relevanz hin zu prüfen. Die ÖIG hat eine entsprechende Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht, ließ sie am Mittwoch per Aussendung verlauten. 

 

(Eva Lugbauer)

 

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