News 03. 05. 2012

Kritik für Facebook, Lob für Wikipedia von Päpstlicher Akademie

Die Päpstliche Akademie der Sozialwissenschaften hat das Online-Netzwerk Facebook für den Verkauf von Nutzerdaten zu Werbezwecken kritisiert. Positiv äußerte sich die seit vergangenen Freitag tagende Vollversammlung der Akademie zum Online-Lexikon Wikipedia.

Der Verkauf von Nutzerdaten zu Werbezwecken von Facebook sei Missbrauch geistigen Eigentums, sagte die Soziologin Margaret Archer am Mittwoch zum Abschluss der Vollversammlung der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften im Vatikan. Die Britin wandte sich auch gegen die Absicht von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, die Plattform für Kinder unter 13 Jahren zu öffnen. Facebook propagiere ein oberflächliches Verständnis von Freundschaft, kritisierte Archer. Insgesamt sei die Plattform mehr ein „Zufluchtsort für einsame Menschen“ als ein Ort, an dem soziale Kompetenzen für ein friedliches Zusammenleben erlernt würden.

Wikipedia positiver Beitrag zum Wohl der Gesellschaft

Als positiven Beitrag des Internets zum Wohl der Gesellschaft bezeichnete Archer hingegen Wikipedia. Die vor zehn Jahren noch von ihr missbilligte Plattform habe sich durch die Mitarbeit vieler freier Autoren stark verbessert. „Diese Kultur des Wissens verliert, anders als Geld, nicht an Wert, je mehr Menschen sie miteinander teilen“, so Archer. Wo auf diversen Internetseiten Fachwissen mit Laien geteilt wird, trage dies zur Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft bei. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hatte an der Vollversammlung teilgenommen.

Forderung nach Kontrolle des internationalen Finanzmarktes

Die Akademie der Sozialwissenschaften sprach sich außerdem nach den Worten des Dijoner Erzbischofs Roland Minnerath für eine Kontrolle des internationalen Finanzmarktes aus. Es müssten regulierende Strukturen geschaffen werden, die „zusammen mit einem Kontrollsystem auf eine größere Transparenz der Finanzpraktiken“ achteten, sagte Minnerath. Weiters  hatte sich die Akademie mit der 1963 erschienenen Friedensenzyklika „Pacem in Terris“ und Strategien für Frieden in einer globalisierten Welt befasst. Der Akademie, die als Ideengeber für die Weiterentwicklung der katholischen Soziallehre dient, gehören rund 40 Sozialwissenschaftler und Juristen an.

 

(KAP)