Neuer Streit um Hagia Sophia am Eroberungs-Jahrestag
Aus Anlass des Jahrestages der osmanischen Eroberung von Konstantinopel im 15. Jahrhundert haben muslimische Gruppen in der Türkei gefordert, die Hagia Sophia im heutigen Istanbul wieder als Moschee für Gottesdienste zu öffnen.
Mehrere Dutzend Muslime absolvierten ihr Morgengebet am Dienstag demonstrativ vor dem geschlossenen Tor des Gotteshauses im Zentrum Istanbuls, wie der Nachrichtensender CNN-Türk meldete. Sie forderten dem Sender zufolge die Aufhebung des Gebetsverbots in dem im Jahr 537 errichteten Gebäude.
Basilika, Moschee, Museum
Die Hagia Sophia wurde als christliche Basilika gebaut und fungierte ein Jahrtausend lang als wichtigste Kirche des Byzantinischen Reiches. Am 29. Mai 1453 eroberten die muslimischen Osmanen das damalige Konstantinopel und machten die Hagia Sophia zur Moschee. Nach mehreren hundert Jahren als muslimisches Gotteshaus wurde der Bau nach Gründung der säkularen türkischen Republik im Jahr 1923 zum Museum erklärt, aus dem alle Religionen verbannnt sind.
Forderungen von Christen und Muslimen
Seitdem gibt es immer wieder Forderungen von muslimischer wie christlicher Seite, die Hagia Sophia wieder für Gottesdienste zu öffnen. Vor zwei Jahren hatte eine Organisation orthodoxer Christen aus den USA angekündigt, ihre Mitglieder zu einem demonstrativen Gottesdienst in der Hagia Sophia zu versammeln. Nach einer Warnung durch die türkischen Behörden verzichtete die Gruppe schließlich auf die Aktion.
(AFP)

