News 30. 05. 2012

Schwarzenbach in Niederösterreich möglicher neuer Stupa-Standort

Nachdem der Bau eines buddhistischen Stupa in Gföhl im Waldviertel nach einer Volksbefragung im Februar gescheitert ist, könnte er nun in Schwarzenbach in der Buckligen Welt im südlichen Niederösterreich Realität werden. Projektleiter Sunim Bob Jon Lee habe das Vorhaben Friedensdenkmal dem Gemeinderat vorgestellt, berichtete die Lokalausgabe der Niederösterreichische Nachrichten („NÖN“) am Dienstag.

Initiator für den Standort sei ein Kaufmann im Ort (Bezirk Wiener Neustadt). Zur Aufklärung und für eine sachliche Diskussion fordere die ÖVP im Vorfeld eine Bürgerversammlung. Bürgermeister Johann Giefing (SPÖ) stimme dem zu, wolle aber vorher prüfen, ob die für die Errichtung am Keltengelände nötigen Bewilligungen überhaupt zu erhalten sind: „Vorher reden wir nur von Luft“, wurde er in der Wochenzeitung zitiert.

„Kulturelle Vorleistung“ der Gemeinde entscheidend

„Nach Gföhl sind uns viele Türen aufgegangen. Für Schwarzenbach haben wir uns wegen seiner kulturellen Vorleistung und dem kontinuierlichen Aufbau am Keltengelände entschieden“, hieß es seitens der Projektbetreiber, hinter denen die Lotos-Lindmayer Privatstiftung steht.  Im Februar dieses Jahres hatten die Bürger der Gemeinde Gföhl im Waldviertel Sakralbauprojekt eine Absage erteilt: 67 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten damals gegen den Bau eines buddhistischen Zentrums im Gemeindegebiet.

Zahlreiche Stimmen gegen das Projekt

Neben Stimmen aus der katholischen Kirche sowie der Piusbruderschaft hatten auch FPÖ und BZÖ gegen den geplanten Stupa-Bau mobil gemacht. Aber auch Flugblätter  zum Teil überaus verhetzenden Inhalts waren  vor der Abstimmung an Gföhler Haushalte verteilt worden. Neben verhältnismäßig nüchternen Flugblättern, die etwa Lücken in der Finanzplanung des Projektes aufzeigen wollten, landeten auch Pamphlete  in den Briefkästen der Gföhler Bürger, die den Buddhismus als solchen schwer verunglimpften.

Hetzschriften fundamentalistischer Gruppen

Bis hin zum „Ritualmord“, dem „Verzehr von Ausscheidungen“ und schließlich einem „Krieg um die Weltherrschaft“ und Nähe zum Nationalsozialismus reichten die Anschuldigungen. Als Herausgeber der Pamphlete zeichneten rechts stehende, christlich-fundamentalistisch Gruppierungen wie die „Mission Europa Netzwerk Karl Martell“ und der Wiener Akademikerbund verantwortlich.

(APA/religion.ORF.at)

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