News 28. 06. 2012

Friedensstifter von morgen beim Peacecamp im Waldviertel

Ganz im Zeichen des Friedens wird die 100-Seelen-Ortschaft Reibers im Waldviertel vom 3. -13. Juli stehen. 32 Jugendliche und rund 10 Erwachsene aus Israel, Palästina, Österreich und Ungarn werden unter dem Motto "Vergangenheit verstehen hilft Zukunft gestalten" am 10. Peacecamp teilnehmen.

Organisiert wird das Friedenscamp schon seit dem Jahr 2000 von "4Peace - Verein zur Förderung der politischen Mündigkeit" und dessen Vorsitzenden, der Psychotherapeutin Evelyn Böhmer-Laufer.

"Peacemakers" von morgen

Der Zugang zum Frieden soll in Reibers ein "emotionell-persönlicher" sein, sagt Böhmer-Laufer. Im Vordergrund stehe der direkte Austausch zwischen den Teilnehmern und die Auseinandersetzung mit den eigenen Vorurteilen. So sollen schon heute die "Peacemakers" von morgen ausgebildet werden, erklärt die 62-jährige, die selbst 20 Jahre lang in der Friedensbewegung in Israel aktiv war, im Gespräch mit der APA. Denn sie weigere sich zu glauben, dass die Situation im Nahen Osten unauflösbar sei. Dasselbe habe man auch vom Eisernen Vorhang, dem Apartheidregime in Südafrika und dem Holocaust geglaubt und dennoch seien heute all diese Dinge Geschichte.

Trennungen überwinden

Als sie im Jahr 2000 das erste Peacecamp organisierte, sei die zweite Intifada (palästinensischer Aufstand, Anm.) in Israel gerade auf ihrem Höhepunkt gewesen. Sie habe den Wunsch gehabt, die Jugendlichen in ein "friedliches Land" zu bringen, auch daher sei die Wahl auf Österreich gefallen. Um ein Beispiel zu geben, wie die Trennung zwischen zwei Gruppen überwunden werden könne, habe man auch Jugendliche von beiden Seiten des einstigen Eisernen Vorhangs, aus Ungarn und aus Österreich eingeladen, so Böhmer-Laufer. Organisiert würde das Friedenscamp großteils von Ehrenamtlichen, allein die teilnehmenden Künstler würden ein Honorar bekommen.

israelisch-palästinensische Konflikt

Alle Teilnehmer hätten von zu Hause ein "Family-Album" mitgebracht, in dem sie sich mit Kultur, Religion, Sprache sowie mit der Geschichte von Migration und Vertreibung in der eigenen Familie auseinandergesetzt hätten, erklärt die Psychotherapeutin. Den Inhalt dieses Albums würden die Jugendlichen dann in speziellen Kreativ-Workshops, unter Leitung eines multikulturellen Künstlerteams umsetzen. Von politischer Seite werden der israelisch-palästinensische Konflikt sowie aktuelle Probleme der Europäischen Union dann in den "talks4peace" thematisiert.

Abschluss im Museumsquartier

Den Abschluss des peacecamps bildet am Donnerstag, 12. Juli eine Veranstaltung im Wiener Museumsquartier, bei der die Teilnehmer eine in den Kreativworkshops erarbeitete Show präsentieren werden und der Film "peacecamp2012" von Gerald Muthsam uraufgeführt wird.

 

(Quelle: APA)

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