USA: Baptistengemeinde hat erstmals Schwarzen als Chef
Erstmals in ihrer Geschichte hat die größte protestantische US-Kirche einen schwarzen Vorsitzenden. Die evangelikale Southern Baptist Convention bestimmte am Dienstag den 55-jährigen Fred Luter aus New Orleans zu ihrem neuen Chef, wie baptistische Medien mitteilten.
Für die Glaubensgemeinschaft mit rund 16 Millionen Mitgliedern ist das ein großer Schritt. Sie hatte nach ihrer Gründung vor rund 150 Jahren jahrzehntelang die Sklaverei und die Vorherrschaft der Weißen verteidigt. Im Jahr 1995 entschuldigte sie sich offiziell dafür.
Luter soll für Aufwind sorgen
Die Southern Baptist Convention hat mit schwindenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. Seit den 1990er Jahren geht der Anteil der Baptistengemeinschaft an der US-Gesamtbevölkerung zurück. Viele Anhänger der Kirche hoffen, dass der charismatische Luter der Mann ist, der wieder für Aufwind sorgen könnte.
Ausharren nach „Katrina“
Luter, der aus armen Verhältnissen stammt, hatte sich seit Jahren mit seinen mitreißenden Predigten und unkonventionelle Bekehrungsmethoden einen Namen gemacht. Viel Respekt zollte man ihm, als er während des verheerenden Hurrikans „Katrina“ und in der chaotischen und gefährlichen Zeit danach nicht verließ, weil er seine Gemeinde nicht im Stich lassen wollte.
(AFP/religion.ORF.at)

