News 20. 06. 2012

Rattenberger Klosterbibliothek kommt zurück nach Salzburg

Die rund 4.000 Bände umfassende Bibliothek des 1970 aufgelassenen Servitenklosters Rattenberg kommt in die Erzdiözese Salzburg zurück. Nach der Auflassung des Klosters waren die Bücher in das Innsbrucker Servitenkloster gebracht worden.

Man habe mit der Servitenprovinz vereinbart, die Werke - darunter 14 Inkunabeln und zahlreiche Frühdrucke - in der Diözesanbibliothek Salzburg unterzubringen, teilte die Erzdiözese Salzburg in einer Aussendung mit. Ein Leihvertrag sichere das Eigentumsrecht des Ordens. Die Bibliothek stellt "ein einzigartiges Kulturgut" dar, denn das im Tiroler Teil der Erzdiözese Salzburg gelegene Kloster war laut Aussendung die einzige Servitenniederlassung in der Erzdiözese.

Theologischer Schwerpunkt

Den Inhaltlichen Schwerpunkt der Bibliothek bilden theologische Werke. So findet sich unter den Inkunabeln "ein zweibändiger Kommentar zu den Sentenzen des Petrus Lombardus, verfasst von Johannes Duns Scotus, gedruckt im Jahr 1490 in Venedig", berichtete die Erzdiözese Salzburg. In einigen Ausgaben des 17. und 18. Jahrhunderts seien weiters Bibelkommentare von Jacobus Tirinus und Augustinus Calmet vorhanden. Auch die "Legenda aurea" des Jacobus de Voragine finde sich unter den Werken.

600 Jahre Klostergeschichte

Bereits ab dem 14. Jahrhundert bestand in Rattenberg ein Kloster, damals noch von den "Augustiner Eremiten" besiedelt. 1817 übernahmen Serviten das Kloster, die Rattenberg  153 Jahre später, im Jahr 1970, ebenfalls verließen. Die Archivbestände wanderten in das Tiroler Landesarchiv in Innsbruck, die rund 4.000 Bände der Rattenberger Bibliothek wurden in die Bibliothek des Innsbrucker Servitenklosters eingegliedert.

Bücher für die Forschung

Nun sollen die Werke wieder nach Salzburg gebracht werden. "Der Bestand soll damit als Gesamtes erhalten und gesichert sowie der Forschung zugänglich gemacht werden", erklärte die Erzdiözese. Der Bücherkatalog sei bereits digitalisiert und werde demnächst als Imagekatalog über die Homepage des Archivs der Erzdiözese Salzburg abrufbar sein.

 

(KAP)

 

 

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