News 22. 06. 2012

US-Kirche protestiert gegen Obamas Gesundheitsreform

In den USA mobilisiert die katholische Kirche ihre Gläubigen gegen die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama. Unter dem Motto "Fortnight for Freedom" (14 Tage für Freiheit) wollen Pfarren, kirchliche Einrichtungen und Diözesen mit zahlreichen Veranstaltungen in den kommenden beiden Wochen den Schutz der Religionsfreiheit einfordern, meldete Kathpress.

Hintergrund der Aktionswochen sind Pläne der US-Regierung, nach denen Arbeitgeber ihren Angestellten künftig kostenlosen Zugang zu Empfängnisverhütung und Sterilisation ermöglichen sollen. Dies soll auch für Unternehmen in kirchlicher Trägerschaft gelten. Bischöfe laufen seit Monaten gegen die Regelung Sturm.

Kampagne startet und endet mit Gottesdienst

Auftakt der "Fortnight for Freedom" war eine Messe mit Erzbischof William Lori am Donnerstagabend in Baltimore. Lori, der im März an die Spitze der ältesten Diözese der USA berufen wurde, ist zugleich Vorsitzender des "Ad-Hoc-Komitees für Religionsfreiheit" in der US-Bischofskonferenz. Die Kampagne endet am Unabhängigkeitstag am 4. Juli mit einem Gottesdienst im National Shrine in Washington. Der Feier steht Kardinal Donald Wuerl als Erzbischof der Hauptstadt vor, als Prediger tritt Erzbischof Charles Chaput von Philadelphia auf.

Religionsfreiheit nicht in Gefahr

Die Mehrheit der US-Katholiken sieht nach einer Mitte Juni veröffentlichten Umfrage die Religionsfreiheit nicht in Gefahr. 57 Prozent verneinten nach Angaben des "Public Religion Research Institute" eine entsprechende Frage; eine Bedrohung dieses Grundrechts unter der aktuellen Regierung empfanden hingegen 38 Prozent. Diese Werte decken sich mit dem Bevölkerungsdurchschnitt.

Katholiken uneins

Zwei Drittel der Katholiken (65 Prozent) befürworteten in der Umfrage die von Obama angestrebte Finanzierung von Familienplanung, wenn es sich um öffentliche Arbeitgeber handelt. Etwa 60 Prozent wünschen dies auch für soziale Dienstleister, Schulen, Krankenhäuser und mittelständische Privatfirmen. 47 Prozent der Katholiken wollen laut Umfrage diese Regelung auch auf kirchliche Institutionen angewendet sehen.

 

(APA)

 

 

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