Glaubensinhalte und Spiritualität
Leiden und Tod
"Du belebst die Toten..." (Achtzehn- bittengebet)
Warum? Lautet immer wieder die anklagende Frage des Menschen vor
Gott angesichts von Leid und Tod. "Lass mich wissen, warum du
mich befehdest?" schreit der unschuldige Hiob und rechtet mit
Gott. Eine unerhörte Verschärfung erfuhr diese Frage nach der
Judenvernichtung durch die Nationalsozialisten – nach der
Katastrophe von Auschwitz.
In den biblischen Schriften finden sich Antworten auf den Sinn
des Leides: Leiden ist Gottes Strafe "unserer Sünden
wegen", Leiden ist Chance zu Läuterung und Buße, Leiden ist
Prüfung, Leiden aber auch als stellvertretendes Leiden, als
Glaubenszeugnis...
Auferstehungshoffnung
In den späteren Schriften des Judentums wird deutlich, dass mit
dem Tod nicht alles vorbei ist. Es entwickelt sich die
Auferstehungshoffnung, wenn auch das Hauptaugenmerk auf diesem Leben
liegt: "Viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden
aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur Schmach, zu
ewiger Schande", heißt es im Buch Daniel. Und im Talmud steht:
"Wer sagt, die Auferstehung der Toten lasse sich nicht aus der
Tora beweisen, hat keinen Anteil an der kommenden Welt."
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