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Papst bittet orthodoxe Kirche um
Vergebung
Johannes Paul II. erinnert in Athen an die Plünderung Konstantinopels
durch Kreuzfahrer im Jahr 1204: "Dafür bitten wir den Herrn um
Vergebung." Papst Johannes Paul II. hat am Freitag in Athen um Vergebung für die
Sünden römischer Christen an der orthodoxen Kirche gebeten. Bei einem
Treffen mit dem orthodoxen Erzbischof Christodoulos erinnerte er dabei
ausdrücklich an die Eroberung Konstantinopels im Jahr 1204, bei der
Kreuzfahrer Tausende von orthodoxen Gläubigen getötet hatten. Plünderung besiegelte das Schisma "Söhne und Töchter der katholischen Kirche haben durch Aktionen
gegen ihre orthodoxen Brüder und Schwestern gesündigt", hieß es in
einer Erklärung Johannes Pauls II. "Dafür bitten wir den Herrn um
Vergebung." Durch die Plünderung Konstantinopels war die bereits
1054 formal vollzogene Spaltung in Ost- und Westkirche endgültig
besiegelt worden. "Tiefes Bedauern" Es sei tragisch, so Johannes Paul, dass die Kreuzfahrer bei der
Plünderung Konstantinopels "ihren eigenen christlichen
Glaubensbrüdern" Gewalt antaten. "Die Tatsache, dass dies
römische Christen waren, erfüllt die Katholiken mit tiefem
Bedauern." Zuvor hatte Christodoulos in einer kühlen Rede erneut
eine solche Entschuldigung verlangt. Heftige Proteste Der Griechenland-Besuch des Papstes wird von Protesten überschattet.
So wurden von orthodoxen Geistlichen die
Kirchenglocken geläutet und die griechische Fahne, sowie die des alten
Konstantinopels auf Halbmast gesetzt. Vor dem Papstbesuch hatte es von Politikern und Kirchenführern Aufrufe
zur Mäßigung der Proteste gegeben. Anscheinend mit Erfolg. Trotzdem wird
Athen während des Papstbesuches von mehr als 5000 Polizisten überwacht. Kein Kuss des Bodens Entgegen ersten Angaben hieß es, der Papst habe bei seiner Ankunft in
Athen doch eine Schale mit griechischer Erde geküsst. Wie in Athen laut
Kathpress aus der Umgebung des Papstes verlautete, reichte eine
Ordensschwester dem Papst auf dem Flughafengelände ein Gefäß, in dem
sich neben Olivenzweigen auch griechische Erde befand. Geändertes Zeremoniell Zuvor hatten zwei in griechischer Landestracht gekleidete Kinder
Johannes Paul II. lediglich einen Blumenstrauß überreicht.
Üblicherweise reichen zwei Kinder des Gastlandes dem Papst am Flughafen
ein Gefäß mit Erde, das er als Zeichen der Ehrfurcht küsst. Dieser
Ritus fand nun bei der Begrüßung in Athen in veränderter Form statt,
weil es auf griechischer Seite Bedenken gegen die Geste gab. "Feindliche Übernahme" In der gesamten orthodoxen Ostkirche gibt es schwere Bedenken gegen den
Papst. Auch eine ökumenische Annäherung wird teilweise abgelehnt –
weil dahinter der Versuch einer "feindlichen Übernahme" durch
Rom vermutet wird.
97 Prozent der rund elf Millionen Griechen sind Orthodoxe, die die
Autorität des Papstes strikt ablehnen. Nur knapp 100.000 Griechen sind
römisch-katholisch. Lesen Sie mehr: |
Letztes Update dieser Seite am 11.07.2006 um 09:53 |