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News vom 14. Mai 1999
Annäherung von Anglikanern und Katholiken in der Papst-Frage
Zwischen der römisch-katholischen Kirche und der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft gibt es neue Signale für eine Annäherung in wichtigen theologischen Fragen. Ein in London und im Vatikan veröffentlichtes Dokument der gemeinsamen Dialogkomission "ARCIC" enthält Vorschläge für eine veränderte Ausübung des päpstlichen Primats, denen laut Kathpress auch die anglikanische Seite zustimmen kann.
Der katholischen Kirche wird in dem Dokument eine Stärkung ihrer synodalen Strukturen und der bischöflichen Kollegialität vorgeschlagen. Mit dem neuen anglikanisch-katholischen Dokument erhalten die Bemühungen von Papst Johannes Paul II. um eine sichtbare Einheit der Kirchen wenige Tage nach dem historischen Besuch bei der orthodoxen Kirche Rumäniens einen weiteren Schub, berichtete Kathpress.
Das 14 Seiten lange Dokument unter dem Titel "Das Geschenk der Autorität" (The Gift of Authority) wurde in fünf Jahre dauernden Beratungen von Bischöfen und Theologen erarbeitet. In ihm anerkennt die anglikanische Seite den gesamtkirchlichen Primat des Papstes, insofern er "kollegial und im Kontext der Synodalität ausgeübt wird". Dieser universale Primat des Papstes kommt nach Überzeugung der Kommission auch in einem "besonderen Dienstamt der Verkündigung des authentischen Glaubens für die gesamte Kirche" zum Ausdruck. Entsprechende Lehräußerungen stünden jedoch nicht über den feierlichen Erklärungen ökumenischer Konzilien.
Der katholischen Auffassung von der "Unfehlbarkeit" päpstlicher Lehräußerungen kommt der Text dadurch entgegen, daß er die grundsätzlichen Lehrentscheidungen des Papstes als "für alle Kirchen verbindlich" anerkennt. Gleichzeitig wird jedoch die prinzipielle Offenheit der Kirche für Kritik und Reformen betont.
Die von der Dialogkommission vorgelegten Übereinstimmungen werden nun den Entscheidungsgremien beider Gemeinschaften vorgelegt. Falls die Zustimmung erfolgt, dürfe die Frage des Papstamts kein Grund mehr für das Fortdauern der Spaltung sein, schreibt Kathpress.
Russland: Zeugen Jehovasals religiöse Organisation anerkannt
Das russische Justizministerium hat die Zeugen Jehovas nach langem Tauziehen als religiöse Organisation anerkannt. Das teilte der Adventistische Pressedienst in Moskau und Washington mit. Die religiöse Gruppe ist unter dem Namen "Verwaltungszentrale der Zeugen Jehovas in Rußland" registriert, heißt es.
Die Behörden anerkannen damit auch, daß die religiöse Gruppe seit mehr als 50 Jahren im Land vertreten ist. "Das ist eine erfreuliche Entwicklung für die Religionsfreiheit in Rußland", meinte die Anwältin Lauren Homer wörtlich gegenüber dem amerikanischen Nachrichtendienst "Religion Today". Dennoch sei die Zukunft vieler Religionsgemeinschaften im Land weiter unsicher, so die Anwältin, die offensichtlich die Interessen von US-Sekten vertritt, die in Rußland Proselyten machen wollen. Homer verwies auf ein angeblich "diskriminierendes Vorgehen" von Provinzregierungen gegen religiöse Minderheiten. Auch für die Zeugen Jehovas sind nach Ansicht von Beobachtern mit der Entscheidung des Justizministeriums noch nicht alle Probleme gelöst. In Moskau versuchen die Staatsanwälte in einem schon seit mehreren Monaten dauernden Gerichtsverfahren, die Sekte aus der Stadt zu verbannen. Sie werfen den Zeugen Jehovas vor, Familien zu spalten und Intoleranz zu predigen. Die Staatsanwälte berufen sich dabei auf eine Gesetzesvorschrift von 1997, nach der Gruppen, die Haß oder Intoleranz verkünden, verboten werden müssen. Nach ihren eigenen Angaben haben die Zeugen Jehovas in Rußland 250.000 Anhänger. Im September 1997 hatte der russische Präsident Boris Jelzin trotz internationaler Proteste ein neues Religionsgesetz unterzeichnet. Danach wurden nur die russisch-orthodoxe Kirche, das Judentum, der Buddhismus und der Islam als traditionelle Religionen anerkannt. Alle übrigen Glaubensgemeinschaften müssen sich bis Ende 1999 registrieren lassen.
Bukarest: Fest der Versöhnung zwischen orthodoxer und katholischer Kirche
Zu einem Fest der Versöhnung zwischen orthodoxer und katholischer Kirche gestaltete sich am Sonntagvormittag der von Patriarch Teoctist I. auf der zentralen Bukarester Piata Unirii zelebrierte Gottesdienst in Anwesenheit von Papst Johannes Paul II. Bereits zu Beginn der Liturgie wurde sowohl der Opfer der NATO-Bombardements auf Jugoslawien als auch der Vertriebenen aus dem Kosovo gedacht. An der vom rumänischen Fernsehen direkt übertragenen Meßfeier nahmen rund 60.000 Gläubige teil, an der Spitze der rumänische Staatschef Emil Constantinescu.
In Begleitung des Papstes waren die Kardinäle Angelo Sodano (Staatssekretariat),
Edward Idris Cassidy (Rat für die Einheit der Christen), Achille Silvestrini
(Ostkirchen-Kongregation), Jean-Marie Lustiger (Erzbischof von Paris), Miloslav Vlk
(Erzbischof von Prag und Vorsitzender des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen) und
Luigi Poggi (früherer Sondernuntius für Osteuropa). Patriarch Teoctist erwähnte in
seiner Predigt ausdrücklich auch die Märtyrer der griechisch-katholischen
("unierten") Kirche während der Zeit des Kommunismus.
Nach der Meßfeier überreichte Teoctist I. dem Papst ein "Enkolpion", wie es
von orthodoxen Bischöfen anstelle des westlichen Brustkreuzes getragen wird. Papst und
Patriarchen tauschten Meßkelche aus, ein symbolischer Akt, der als Hinweis auf die
erhoffte Wiederaufnahme der Eucharistiegemeinschaft zwischen katholischer und orthodoxer
Kirche interpretiert wurde. In seiner anschließenden Ansprache vor dem Mittagsgebet
"Regina Caeli" unterstrich Johannes Paul II. neuerlich den Wunsch der
katholischen Kirche, die Einheit mit allen christlichen Kirchen wiederherzustellen. Die
Einheit unter den Christen der verschiedenen Konfessionen sei heute schon "real, wenn
auch noch nicht vollständig". Der Papst unterstrich, daß katholische und orthodoxe
Kirche beide auf der Nachfolge der Apostel beruhten und das Evangelium treu bewahrt
hätten; beide Kirche hätten die selben Sakramente, das gemeinsame Priestertum und
feierten das eine Opfer Christi. Die Bemühungen um die Einheit folgten dem Gebot Christi,
dies gelte auch für den internationalen Dialog zwischen katholischer und orthodoxer
Kirche (der in den letzten Jahren aufgrund der Vorgänge in Osteuropa nahezu zum Erliegen
gekommen ist). Im Hinblick auf die Situation in Rumänien unterstrich Johannes Paul II.,
daß es inzwischen auch Bemühungen um gemeinsame Initiativen in der Seelsorge und eine
gemeinsame Bibelübersetzung gebe. Der Papst würdigte neuerlich die orthodoxen
Glaubenszeugen während der kommunistischen Verfolgung: Ihre Treue zum Evangelium bilde
ein leuchtendes Zeichen der Hoffnung. Er hoffe, daß die Christen im dritten Jahrtausend
der Wiederherstellung der vollen Einheit näher kommen, betonte der Papst. In Rumänien
sei jetzt ein "großer Schritt nach vorn" vollzogen worden, eine
"psychologische Barriere" sei eingestürzt. Die Unterschiede zwischen
katholischer und orthodoxer Kirche hätten sich als geringfügig erwiesen. Kennzeichnend
für die harmonische Stimmung auf der Piata Unirii war, daß die Worte des Papstes an die
katholische Kirche des Landes mit starkem Applaus bedacht wurden.
Als bemerkenswert wurde auch bezeichnet, daß einer der beiden großen Chöre, die für
die musikalische Gestaltung der Liturgie sorgten, von einem "unierten"
Katholiken geleitet wurde.
Patriarch Teoctist hatte in seinem Schlußwort nach dem Gottesdienst die historische
Dimension des Augenblicks beschworen. Er sagte, es sei ein "heiliger Moment vor Gott,
den Menschen und der Geschichte", dessen Bedeutung sich auch auf die kommenden
Generationen erstrecke. Er betonte, daß auch die orthodoxe Kirche auf eine Annäherung
der Kirchen hoffe und erinnerte an die Einheit der Christen im ersten Jahrtausend. An der
Piata Unirii wurde vor kurzem der Grundstein für die größte orthodoxe Kathedrale
Rumäniens gelegt. Papst Johannes Paul II. überreichte Patriarch Teoctist I. eine
namhafte Spende für den Bau der Kathedrale.
Popsängerin fordert Priesteramt für Frauen - "Ich bin für diesen Job geboren"
Popsängerin Sinead O'Connor hat in einem offenen Brief an Papst Johannes Paul II. das Priesteramt für Frauen gefordert. "Ich bin für diesen Job geboren", versichert sie in dem Brief "eines sehr frechen irischen Mädchens", der von der Zeitung "The Observer" veröffentlicht wurde. O'Connor hatte sich im vergangenen Monat von einem Bischof der Lateinisch-Tridentinischen Kirche zur Priesterin weihen lassen, was von Rom nicht anerkannt wird.
Nun wies sie den Papst darauf hin, daß Gott auch eine weibliche Seite habe. "Ich bitte Sie inständig, sich doch einmal zu überlegen, wieviel sie zur Rettung der Welt beitragen könnten, wenn Sie Ihr Herz sowohl Gott der Mutter als auch Gott dem Vater öffnen würden." Mutter Bernadette Maria, wie sie jetzt nur noch genannt werden will, entschuldigte sich dafür, daß sie 1992 im amerikanischen Fernsehen ein Foto des Papstes zerrissen hatte. "Ich habe zahllose Fehler in meinem Leben gemacht", gab sie zu. "Aber Sie sicher auch."
Kirchenrechtler für Weihe auch von Frauen und Verheirateten
Der emeritierte Wiener Kirchenrechtler Prof. Bruno Primetshofer hat sich für die Zulassung von verheirateten Männern und von Frauen zu den kirchlichen Weiheämtern ausgesprochen. Er begründete dies unter Hinweis auf Kanon 213 des Kirchengesetzbuches mit dem "Recht auf Eucharistie", das den Gläubigen zustehe. Die Kirchenleitung sei verpflichtet, auf dem Hintergrund des Priestermangels die Voraussetzungen für die Erfüllung dieses Rechtes zu schaffen, indem sie geeignete Personen unabhängig von deren Geschlecht und Lebensstand zur Weihe zulasse, meinte Primetshofer im Rahmen der Ringvorlesung der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät "Sakramente der Kirche - Rituale der Menschen".
Die Nichtzulassung von Frauen zu kirchlichen Weiheämtern sei in der katholischen Kirche zwar definitiv festgelegt, aber nicht dogmatisch fixiert. Wenn auch die gegenwärtige Position der katholischen Kirche einen Zugang von Frauen zur Weihe ausschließt, sei vom theologischen Standpunkt diesbezüglich noch nicht das letzte Wort gesprochen, formulierte der Kirchenrechtler seine Auffassung. Nach Ansicht Primetshofers würde das kirchliche Amt durch eine Öffnung für Frauen nur gewinnen. Außerdem könnten auf diese Weise die Spannungen zwischen dem modernen Grundrecht der katholischen Kirche und Relikten vormoderner Rechtsbausteine abgebaut werden. Dies brauche zwar Zeit, werde aber "unaufhaltsam kommen". Den Bemühungen um die Öffnung des ständigen Diakonats für die Frauen kann der Kirchenrechtler nichts abgewinnen. Den ständigen Diakonat in seiner heutigen Form hält Primetshofer insgesamt für entbehrlich: Die Predigt in der Eucharistiefeier ausgenommen, könnten die Aufgaben eines Diakons auch von Laien wahrgenommen werden. Ausdrücklich plädierte der Kirchenrechtler für die "völlig freie Wahl" des Lebensstandes (zölibatär oder verheiratet) durch die kirchlichen Amtsträger. Abweichend von den Regelungen der östlichen Kirchen sollten sich die Amtsträger nach den Vorstellungen Primetshofers "vor und nach der Weihe" für eine bestimmte Lebensform entscheiden können. Er berief sich in diesem Zusammenhang auf den Kanon 219 des Kirchengesetzbuches: "Alle Gläubigen haben das Recht, ihren Lebensstand frei von jeglichem Zwang zu wählen". Im Rahmen der Ringvorlesung der Katholisch-Theologischen Fakultät wird auch der Basler Bischof Kurt Koch zur Amtsfrage in der Kirche Stellung nehmen. Er spricht am 15. Juni um 10.15 Uhr im Hörsaal 46 der Universität Wien über "Amtszuständigkeit der Sakramente - und die Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten". (
150 Millionen Schilling für Priesterrolle im Film "The Body"
Für die Rolle eines katholischen Priesters im Film "The Body" soll der spanische Schauspieler Antonio Banderas 150 Millionen Schilling erhalten. Wie die US-Zeitung "Daily Variety" weiter berichtete, ist dies die höchste Gage, die Banderas bislang für eine Rolle erhielt. Der Film, der auf einem Roman von Richard Ben Sapier basiert, soll demnach im Herbst in Italien und Israel gedreht werden. Er schildert die Geschichte eines vom Vatikan entsandten Priesters, der einem geheimnisvollen archäologischen Fund nachgehen soll, der die Macht der Katholischen Kirche gefährdet.
"Ursprünglich war die Rolle einem Priester irischer Abstammung auf den Leib geschrieben, und ich dachte nicht an Antonio, aber als er mir über den Glauben erzählte und schilderte, wie er sich nach dem Film "Jesus Christ Superstar" für eine Schauspielerkarriere entschloß, konnte ich die Leidenschaft in seinen Augen sehen", schildert Regisseur Jonas McCord. Jetzt müsse er nur noch eine geeignete Schauspielerin finden, die an der Seite von Banderas ("Evita", "Die Maske des Zorro") die Rolle der israelischen Archäologin spielt, die Teile eines Skeletts findet, das Jesus Christus zugeschrieben wird.